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Deutsches Wörterbuch
von
Jacob und Wilhelm Grimm
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Das Deutschen Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm ist ein
deutschsprachige Wörterbuch mit der längsten Bearbeitungszeit und der bei
weitem umfangreichsten Erfassung der deutschen Sprache. Zum Stichwort
SCHEFFEL sind folgende Einträge zu finden:
SCHEFFEL, Schöffe, siehe
Schöffel.
SCHEFFELDRESCHER, m., wie Scheunendrescher, ein Drescher, der größere mengen
Getreide ausdrischt, als gewöhnlich ist: essen wie ein Scheffeldrescher.
ALBRECHT 199a.
SCHEFFELEIN,SCHEFFLEIN, s.
Schäfflein
SCHEFFELHOLZ, n. Holz zur Anfertigung von Scheffeln: "auch so soll kainer
kain schindelholz, noch scheffelholz nit aus der pfarr geben. Tir. weisth.
3, 377, 17."
SCHEFFELKOPF, m. Kobold mit Scheffelgroßem kopf, mit dem man die Kinder
schreckt. FRISCHBIER 2, 264a.
SCHEFFELMEISTER, m. Aufseher über das in einem Speicher aufbewahrte
Getreide. FRISCHBIER 1, 410b.
SCHEFFELN, verb. (s. oben
Mandeln th. 6, sp. 1537), "Scheffel ergeben, füllen: das "getraid
schäffelt" dieses Jahr wohl, es bringt viel oder große Körner. FRISCH 2,
156c; vergl. SCHAMBACH 182b. TEN DOORNKAAT KOOLMAN 3, 111b; "so dorret auch
das erste Getreidicht hernachmals sehr ein, dass es um Weihnachten so wohl
nicht scheffeln kann, als es in der Erndte oder bald hernach scheffelt.
COLERUS Hausbuch 200 (1640); und wenn sie (die Gerste) nicht wohl scheffelt,
und viel Säcke voll giebet, ach wie erzürnen sie sich darüber."
FRANCISCI Schaubühne, bierologia 27; dort von Ackergewächs in üppigen
Ähren und Schoten, welches, wie reich es gemandelt im Feld', auf der Tenne
nun scheffelt. "
VOSS 2, 47; sprichwörtlich: "ist's nicht gescheffelt, so ist's doch
gelöffelt." FRISCHBIER 2, 264a (s. oben
Scheffel 1).
SCHEFFELPLATZ, m. ausgerodete Fläche in einem forst, die besäet wird.
FRISCHBIER 2, 264a. BEHLEN lex. d. forst- u. jagdk. 5, 468.
SCHEFFELSAAT, f. als Ackermaß: "so viel Land, als einen Scheffel Aussaat
nöthig hat." SCHILLER-LÜBBEN 4, 74a. WOESTE 228b; (Ackerstücke, welche)
jetzt nach Scheffelsaat überschlagen werden. MÖSER osnabr. gesch. 1, 4.
Bd. 14, Sp. 2385
SCHÖFFEL, m., und Scheffel, Nebenform zu Schöffe (s.
das.), wohl entstanden aus der alten Form Scheffin mit dem häufigen
Übergange von l in unbetonter Silbe in n, s. WILMANNS deutsche gr. 1, § 110.
die belege beschränken sich auf die ältere Sprache und das alemannische
(besonders elsässische) gebiet: scabinus .. Scheffel DIEF. gl. 515a (voc.
opt., hochalem.), Scheffel, -ul nov. gl. 328b. elsäss. urk. von 1336, s.
LEXER handwb. 2, 880;"es hant ouch die vorgen. schœffele un di geswornen
huober zuo den vorgenanten rehten geseit unde gesprochen." GRIMM weisth.
5, 435 § 11 (Kirchheim, Unterelsasz 1329); "wol hette man einen
ammaumeister gehebet, aber es stunt kein gewalt an ime, wande daz er die
schoffen samete so man üte mit in wolte z‰ rot werden. d. städtechron. 8,
123, 14; und noch vil reden koment meister und rot und die schöffele überain,
das die vorgenante messe solte abesin gerwe. 9, 745, 9; ist das sich der rat
zweiget umbe ein urteil, so sol man deheinen scheffel vragen umbe das
urteil, der scheffel ensi danne also vil als des rates oder me, und ensol
ouch deheines scheffels urteil do gelten er ensi dan in dem rate gewesen.
954, 23 f., vgl. auch 955, 13 ff." (Straszburger Chroniken des 14. u.
15. jh.), s. ferner SCHERZ - OBERLIN 1384 f. -- die Zusammensetzungen
SCHÖFFELAMT, -brief, -eid, -thums. unter Schöffenamt u. s. w.
SCHÖFFEL, m., Nebenform zu Scheffel, modius, s. daselbst theil 8, 2383 f.:
"da verbargs (sie, die Mutter) das Kind auf das kürtzt, und es unter ein
Schöffel stürtzt".
H. SACHS 4, 2, 69d.
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SCHÖFFELEIN, n. kurzer spiesz, aus franz. javelin, Nebenform zu Schäfflein,
Schefflein, Schaffelin, mhd. Schavelîn, s. theil 8, 2034 und LEXER handwb.
2, 674: "hatt noch darzu zwey waffen fein, ein wurffbart und ein
schöffelein".
ALBERUS fab. 49b (nr. 16, 28, neudr. s. 68).
SCHÖFFEN, verb.: schöpfen, v. assessorem esse judicis superioris FRISCH 2,
219c. -- Schöffen als Nebenform zu schöpfen, s. daselbst.
SCHÄFFLEIN, n., Schäfflin, kurzer spiesz, der
älteren Sprache angehörig, mhd. schavelîn, schevelîn, aus franz. javelin,
aclis, teli genus SCHOTTEL 1393, "schäfelin, lancea MAALER 345a;
schaffelin (das) ein spitzig geweer, framea, hastile, lancea, jaculum. 539d;
das schaffelin werffen oder schiessen, torquere pila. ebenda; mit bogen und
schäfflin begerten sie jhn zu schiessen unnd umbzubringen. Buch der Liebe
21d. die form Schäfflein, die durch Anlehnung an Schaft entstanden ist,
wird durch das dimin. Schäffleinlin erwiesen: item kleine Spieszlin"
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Bd. 14, Sp. 2035
"wie die scheffleynlin bey unz, damit thünd sy (die mohren) einander
großen schaden". S. FRANCK weltb. 215a. STIELER 1782 setzt Schäfelein
an, doch fügt er hinzu: "milites nostri appellant schavelin sive scheflin".
"gut mandelt und scheffelt das Getreide im
ländlichen Sprichwort, wenn es an Stroh und Korn ergiebig ist. 337. "
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